aisopis’ blog Jungs, hier kommt der Masterplan

Filme beim Filmz

Der von mir hochgeschätzte Jens Friebe hatte auf seinem ersten Albumden Song “Deutsches Kino”, in dem es um eben dieses ging. Der Text war nicht gerade eine Ode an den Deutschen Film. Ich persönlich hingegen mochte in den vergangenen Jahren doch einiges, was an Filmen in Deutschland hergestellt und gedreht wurde. Und mit dieser Einstellung scheine ich nicht der einzige zu sein. Schließlich gibt es hier in Mainz das FILMZ – Festival des deutschen Kinos.

Aus Zeitnot war ich zwar nur bei ein paar Vorstellungen, die konnten mich aber fast restlos überzeugen.

13 Semester

Seit ich studiere frage ich mich, wieso es eigentlich so wenige Filme über die Zeit gibt, die viele als eine der interessantesten und wichtigsten Phasen ihres Lebens ansehen. 13 Semester ist einer der ersten großen Filme, der sich der Studienzeit seiner Protagonisten widmet.

In 13 Episoden wird die Studienzeit der Hauptperson Moritz (Max Riemelt) nacherzählt – eine Episode pro Semester. Dabei passiert mal weniger, dann ist das Semester in wenigen Filmsekunden abgehandelt, und mal mehr. So kann der Film trotz rein rechnerisch nur 7 Minuten pro Semester auch vernünftige Geschichten erzählen und die verschiedensten Figuren einführen. Die wohl am besten gelungene ist die des indischen Austauschstudenten Aswin (Amit Shah).

Vor allem ist der Film aber lustig. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass Vicco von Bülow (a.k.a. Loriot) beim Drehbuch mitgeholfen hat. Zusammen mit diesem Großmeister des Humors ist vielleicht einer der lustigsten deutschen Filme der letzten Jahre entstanden.

13 Semester (ab 10. Januar 2010 regulär im Kino. Deutschland 2009, 101 Minuten; R.: Frieder Wittich, D: Max Riemelt, Alexander Fehling, Claudia Eisinger, Amit Shah. Mit Musik u.a. von Bonaparte) | Homepage | Trailer

Als Vorfilm von 13 Semester lief Edgar, ein wunderschöner Film um die Langeweile und Arbeitswut eines Rentners, dargestellt vom von mir hochgeschätzten Wilfried Dziallas. (Homepage | Trailer)

Double-Feature: Im Anhang: Lebenslauf/Das große Glück sozusagen

Mit Filmen abseits konventioneller Länge ist es ja immer etwas schwierig: Nicht nur gibt es im Fernsehen für sie keine geeigneten Sendeplätze, auch im Kino haben Filme es schwer, die sehr viel kürzer sind als die normalen 80 bis 120 Minuten. Daher ist es schön, dass es so etwas wie Double Features gibt, bei denen zwei jeweils knapp einstündige Filme nacheinander gezeigt werden können.

Der erste Film beim diesjährigen FILMZ-Double-Feature, Im Anhang: Lebenslauf, ging es einmal mehr um die Probleme junger Menschen in der heutigen Zeit: Gerda (Katharina Leipfinger) ist seit ein paar Jahren mit dem Studium fertig, tingelt aber immer noch quer durch Europa von Praktikum zu Praktikum. Das neueste führt sie nach Herrmanstadt in Rumänien – gemeinsam mit dem 30jährigen festangestellten Designer Micha, der ihr anbietet, sie in seinem Wohnmobil dorthin zu bringen, nachdem sie am Tag nach ihrer Abschiedsparty den Flieger verpasst.

Die Problematik der “Generation Praktikum”, wie wir heute 20 bis 30jährigen ja gerne bezeichnet werden, wird so in einem Roadmovie deutlich. Manchmal ist die Geschichte zwar etwas unrealistisch, aber damit muss man wohl leben. Alles in allem ist Im Anhang: Lebenslauf nämlich durchaus sehenswert – vor allem auch wegen wunderschöner Landschaftsaufnahmen. Und ich bin ja eh ein Fan von Roadmovies.

Bei Das große Glück sozusagen wusste ich erst nicht, was ich vom Film halten sollte. Es geht um Georg (Simon Hatzl) mit Schreibblockade und den arbeitslosen Loser Alois (Michael Fuith). Am Anfang ist Georg noch genervt von Alois, je länger er sich aber unfreiwillig mit ihm beschäftigt, um so mehr scheint er einen Nutzen in ihm zu sehen: Alois wird der Held in Georgs neuem Roman. Dass ist zwar über weite Strecken lustig, aber manchmal hatte ich ein seltsam schlechtes Gewissen, über eine so traurige Gestalt wie Alois zu lachen. Aber das muss wohl jeder, der den Film sieht, mit sich selbst ausmachen.

Im Anhang: Lebenslauf (Deutschland 2009, 59 Minuten; R: Andrea Schorr, D: Katharina Leipfinger, Thomas Pasieka, Sarah Kempin) | Homepage | Trailer

Das große Glück Sozusagen (Österreich 2008, 53 Minuten; R: Alexander Stecher, D: Simon Hatzl, Michael Fuith) | Homepage

Rhein-Main-Rolle

Bei der Rhein-Main-Rolle gab es 10 Kurzfilme aus der Region zu sehen, die unterschiedlicher kaum sein konnten. Deshalb ist es kein Wunder, dass mir zwei völlig unterschiedliche Filme am besten gefallen haben:

Between from Via Grafik on Vimeo.

B ETWE EN (R: Tim Bollinger, 5 Minuten) (kompletter Film via netzfeuilleton)

Horst – Official Trailer from Wolf-Tassilo Sack on Vimeo.

Horst (R: Wolf-Tassilo Sack, 16 Minuten, nach einer Geschichte von Horst Evers) | Homepage

Infos zu den weiteren Filmen auf der FILMZ-Homepage

heute Abend, 20 Uhr, findet im Residenz-Kino in Mainz noch der Kurzfilm-Wettbewerb statt. Im Anschluss werden die Festivalpreise verliehen. Mal schauen, ob ich’s schaffe, dort vorbeizuschauen.


Warum ZDFneo eine Totgeburt ist

Vor einem knappen Jahr haben wir in der Uni mal ein Referat gehalten, in dem es um die Strategien der öffentlich-rechtlichen Sender ging, auch wieder junge Zuschauer anzusprechen.1 Damals kam ein Vorschlag, der immer schonmal im Raum herumgeisterte, nur am Rande vor: Ein eigener Jugendsender. Die “Generation Umhängetasche”, wie unser damaliger Dozent die heute 20- bis 35jährigen nannte, sollte, ähnlich wie die Jüngeren mit dem Kinderkanal, ein eigenes Reich bekommen.

Ab Anfang November ist es nun soweit: Der ZDFdokukanal geht – ZDFneo kommt. Und vielversprechend sieht das Programm auch noch aus. Neben diversen eingekauften Serien, alten wie neuen, Doku-Soaps, die erfahrungsgemäß im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sogar ganz nett sein können, eher seltsamen Sachen wie Telenovela-Wiederholungen (richten die ZDF-Telenovelas sich nicht viel eher an die Generation Ü60?) und diversen Magazinformaten dürfte das absolute Highlight eine weitere deutsche Erstausstrahlung sein: ZDFneo hat die Rechte für 30 Rock geholt. Meine (nach jüngsten Berechnungen…) Sechst-Lieblingsserie aller Zeiten hat in den letzten Jahren mehr Emmys gewonnen, als von den meisten deutschen Serien Folgen produziert werden.

Es könnte also alles toll werden auf dem Mainzer Lerchenberg. Die jungen Zuschauer schauen wieder öffentlich-rechtliches Fernsehen, zahlen dann irgendwann auch guten Gewissens wieder ihre Rundfunkgebühren und wechseln dann eines Tages auch rüber ins ZDF-Hauptprogramm, erst zaghaft zu Wetten Dass, dann schon etwas mutiger zu Maybrit Illner. Und irgendwann schauen sie dann auch Volksmusiksendungen. Oder so ähnlich.

Aber sie werden noch nicht einmal den ersten Schritt machen. Einmal ganz abgesehen davon, dass die Fernsehnutzung im allgemeinen bei den jungen Zuschauern auch in Zukunft immer weiter sinken wird, und ich mir sicher bin, dass programmgebundenes Fernsehen (also so wie heute) schneller aussterben wird als die schon fast beerdigte Zeitung und durch ein On-Demand-System ersetzt wird, gibt es ein ganz massives Problem an den ZDF-Plänen: Kaum jemand außer einigen wenigen extrem medieninteressierten Menschen wird in der ersten Zeit von der Existenz des Senders wissen. Kaum einer guckt die ZDF-Digitalkanäle, zu denen ZDFneo dann auch gehört, die Quoten liegen in etwa auf Neun Live-Niveau. Und wenn nicht in den nächsten Tagen noch massivst Öffentlichkeit hergestellt wird, blüht ZDFneo das gleiche.

Damit, dass nach wie vor viele Haushalte immer noch kein Digitalfernsehen empfangen und deshalb von ZDFneo komplett ausgesperrt sind, möchte ich erst gar nicht anfangen.

Das wirklich traurige daran: Hier werden endlich einmal Sendungen produziert bzw. eingekauft, die wirklich vielversprechend oder augenscheinlich super sind, und das sicher auch nicht für wenig Geld. Das ganze passiert aber nur, um alles wieder in einem Spartenprogramm zu verstecken, anstatt damit Sendeplätze im Hauptprogramm des ZDF zu füllen, auf die vielleicht sogar der ein oder andere Rentner verzichten könnte.

Oder macht das ZDF das wirklich nur aus Rücksicht auf die jungen Zuschauer?

ZDFneo ersetzt ab dem 1. November 2009 den ZDF-Dokukanal, der über Digitalen Kabel, Digitalen Sattelit und DVB-T empfangbar ist. (m.W. auch über zattoo). Weitere infos zum Empfang gibt es beim ZDF.

UPDATE: Hab ich’s nicht gesagt? Auch wenn die Tendenz nach oben zeigt

  1. ja, genau, das Seminar, über das ich auch schon hier geschrieben habe []

#btw

Gewählt habe ich schon vor einer Woche, per Briefwahl. Da aber vielleicht der eine oder andere geneigte Leser dieser Onlinepublikation (so ich denn überhaupt noch Leser habe) vielleicht noch wählen geht, und auch, weil es nun einmal das Thema schlechthin momentan ist, hier meine einigermaßen ungeordneten Stichpunkte zur Bundestagswahl:

  • Auch wenn es auf den ersten Blick seltsam klingt: Meine Traumkoalition heißt grün-gelb. Zumindest waren FDP und Grüne in den letzten Jahren die Parteien, mit denen ich mich am ehesten identifizieren konnte. CDU und SPD haben sich unwählbar gemacht, und die Linke trägt nun einmal immer noch den Muff aus 40 Jahren DDR mit sich rum. Deshalb ist mir, wenn man nur die rechnerisch realistischen Koalitionen nimmt, auch die Ampel lieber als Rot-Rot-Grün.
  • Das schlimmste, was Deutschland passieren kann, ist eine erneute große Koalition. Das ist übrigens auch das schlimmste, was der SPD passieren kann. Denn in dem Falle würde es in Deutschland nicht voran gehen, alles würde so bleiben wie jetzt, Bürgerrechte und Sozialleistungen würden weiter abgebaut (letztere zwar auch bei Schwarz-Gelb, aber das wäre wahrscheinlich an anderen Stellen eine bessere Koalition) und die SPD würde weiter an Glaubwürdigkeit verlieren. Schließlich wäre sie dann weitere vier Jahre Juniorpartner der Union und würde machen, was immer Angie und Co. sagen. So wie die letzten vier Jahre. Da wäre, wie gesagt, so ziemlich jede Koalition besser. Und die SPD hätte als starke Opposition wahrscheinlich mehr Macht als als Juniorpartner in der Regierung.
  • Natürlich habe ich auch den Wahl-O-Maten bemüht. Hier mein Ergebnis:
    wahlomat
    Das zeigt mir 3  Sachen:
    1. Eine gewisse Wahrheit steckt natürlich im Wahl-O-Mat-Ergebnis. Schließlich sind die richtigen Parteien auf den ersten beiden Plätzen – allerdings in der falschen Reihenfolge
    2. SPD und Union sind unwählbar
    3. Die rechten Parteien besetzen oftmals ähnliche Positionen wie die linken.

    Allerdings wusste ich das alles auch schon vorher.

  • Das TV-Duell war, wie man ja schon überall lesen konnte, äußerst langweilig. Das Beste war dabei noch die Vorberichterstattung bei RTL im Stile der ganzen Panel-Shows mit kommentierenden Comedians. Viel interessanter: Das einzig wahre Wahlduell zwischen Sonneborn und Matussek
  • Wo wir schon bei obskuren Parteien sind: Absolut sehenswert ist auch die wunderbare Doku der ARD über die kleinen Parteien. Besonders entlarvend ist dabei natürlich die DVU, sehr schön aber auch die Porträts der Volksabstimmungs-Partei und der Tierschutzpartei.
  • Auch schön: Der Schwarzgelbe Pfeilgiftfrosch:
  • Und für alle, die auch schon keine Lust mehr haben auf die Bundestagswahl, hat Eva was im Angebot.

Ich glaub, das war’s. Jetzt heißt es, abwarten, wer gewinnt.


Lesebefehl: eva i norge

Das erste Blog, das ich bewusst gelesen habe, war jenes, das mein älterer Bruder zu Beginn seines Auslandsstudiums in den USA angelegt hatte. Und auch heute findet sich noch das eine oder andere Austauschstudenten-Blog in meinem Feedreader. Aber eines möchte ich dabei besonders herausheben: Eva, eine Kommilitonin von mir, ist seit kurzem für einige Monate in Norwegen und besucht dort die nördlichste Uni der Welt. Und schreibt darüber. Und zwar mit so viel Witz und Verstand, wie ich es selten gelesen habe. Hier ein paar Auszüge:

Ein kleines Mädchen namens Evi zwickte im nordnorwegischen Tromsö so arg der Magen, dass sie ihre müden Glieder aktivierte und sich zwecks Nahrungsbeschaffung auf die Suche machte nach einer Lebensmittelkette.
Unsere sympathische Heldin fühlte sich nach einem Jahr Uni-Sprachkurs linguistisch gewappnet und flötete wohl artikuliert einen norwegischen Jogger an: “Unnskyld, jeg leter etter supermarket! Kan du hjelper meg?“ Hjelpen konnte der Jogger theoretisch schon, praktisch brach die Kommunikation aber an dieser Stelle ab, denn der Jogger sagte unterlegt von wilden, aber missverständlichen Gesten für Evis Ohren ungefähr Folgendes: “Äu öu hü jo leg eta huk supermarket!” Oder so ähnlich. Dann verschwand er in einem wilden Wald, um Wale zu schlachten oder was weiß ich. (Legasthenische Akzente und norwegisches Teleshopping)

Ich wollte auch so gerne ein wenig töff sein! Also schmiss ich ein bisschen die Cola um und trank ein Schlückchen Wodka und biss auf eine Winzigkeit Kautabak: Meine Backe wurden von innen mit brennenden Säuren verätzt, ein modrig-erdiger Geschmack feierte eine Party auf meinem Zungenplateau – Ich fühlte mich töff! (extreme-actions, Kautabak und vorspiel)

Ich weiß, es scheint, ich würde hier Klischees dreschen und massenhaft mäkeln, deshalb glaubt man mir vielleicht auch nicht, aber: Tatsächlich freue mich auf Norwegen! Die Menschen dort scheinen zu schweigen, bringen dafür aber dauernd Wale um diverse Ecken. Erstes mag ich nicht, zweites gefällt mir. Beides zusammen ist irgendwie ein bisschen – oder sogar ziemlich – daneben, das finde ich spannend.(Schweigende Norweger schlachten Wale)

Und auch die teilweise eingestreuten Zeichnungen sind gelungen und passen wie die Faust aufs Auge.

Wenn ihr also wissen wollt, wie es in Norwegen aussieht, dann lest Evas Blog.


Befindlichkeitsjournalismus

Vor ein paar Wochen habe ich mich mit zwei Kommilitoninnen über die Neon unterhalten. Wir waren alle drei Abonennten der Zeitschrift, die ich selbst einmal als eine Art “Leitmedium meiner Altersklasse” bezeichnet habe. In unserem Gespräch ging es trotzdem vor allem darum, wie doof die Neon eigentlich ist. Eine meiner Gesprächspartnerinnen hatte sie deshalb schon abbestellt, die andere bekommt sie noch immer in ihr Elternhaus geliefert, obwohl sie schon lange nicht mehr dort wohnt. Und auch ich habe mein Abonnement diese Woche beendet.

Keine Frage: Die Neon ist eine der bestgemachten Zeitschriften auf dem deutschen Markt. Die Texte sind fast immer gut geschrieben und das Layout ist erstklassig. Allerdings sind die Themen zu oft die selben: Liebe, Sex und Zärtlichkeiten nehmen fast mehr Platz ein als in der Bravo. Und das jeden Monat. Wenn man aber, wie ich, seit 5 Jahren diese Zeitschrift liest, wiederholt sich dieser Befindlichkeitsjournalismus doch irgendwann. Mittlerweile ist fast jede Beziehungssituation in der einen oder anderen Form abgefrühstückt. Es springen, sowohl in diesem Hauptthema der Zeitschrift als auch darüber hinaus, immer wieder tolle Texte heraus, aber es ist einfach nicht mehr so, dass ich die aktuelle Ausgabe schon zwei Tage nach erscheinen durch habe und kaum auf die nächste warten kann. Die Relevanz, die ich, vielleicht zu Unrecht, mal in dieser Zeitschrift gesehen habe, ist einfach verlorengegangen. Vielleicht war sie auch nie da. Schließlich hatte selbst die Vanity Fair eine fast so hohe Auflage wie die Neon.

Von daher war das größte Hinderniss, das Abo zu kündigen, auch nicht, dass ich nicht auf die Zeitschrift verzichten könnte, sondern eher, dass sie Mittlerweile 1 1/2 Fächer in meinem Regal einnimmt und diese Reihe nun unterbrochen wird. Und das sieht einfach doof aus. Aber da muss ich nun wohl durch – ich werde das wohl schaffen…

Das einzige, was ich an Inhalten vermissen werde, sind die “deutschen Geschichten” und das Bilderrätsel. Aber für die 2 Seiten geb’ ich keine 3 Euro jeden Monat aus.

Mittlerweile sieht sich anscheinend die Neon auch selbst als Leitmedium einer Generation. Nicht umsonst schreibt sie auf der aktuellen Titelseite etwas von der “Generation Neon”. Diese Selbstüberschätzung ist vielleicht geerbt vom mutterblatt Stern. Das bezeichnet sich ja auch immer noch als “Nachrichtenmagazin”.


Shit Happens

Mal wieder ein großartiger britischer Kurzfilm über die kleinen Dinge, die Großes verursachen können:

This is Me (R.: Sam Arthur)

via Nerdcore


Skins bald im deutschen Fernsehen

Während die deutschen Free-TV Sender anscheinend immer noch nicht mitbekommen haben, dass Fernsehserien mittlerweile weder in Qualität noch in Zuschauerbeliebtheit hinter großen Hollywood-Blockbuster-Filmen herhinken, und die besten Produktionen entweder gar nicht senden oder auf unmöglichen Sendeplätzen verstecken, hat es zumindest ein Pay-TV-Sender mitbekommen. Die Rede ist vom FOX Channel. Gut, der ist, wie der Name schon andeutet, eine Tochter von Rupert Murdochs FOX Network (u.a. Die Simpsons, OC California) und weiß um den Erfolg gutgemachter Serien wohl aus dem Mutterland. Und das beste: Die Serien werden (laut Wikipedia) sowohl mit deutschem als auch mit Originalton ausgestrahlt. Das einzige Problem: Man kann den Sender nicht einzeln abonnieren – sonst würd ich das vielleicht machen.

Lange Einleitung, kommen wir nun zum Hauptanlass dieses Artikels: Ab dem 20. August zeigt FOX eine meiner 2 Lieblingsserien: Skins.1

Skins ist eine Britische Serie. Das reicht fast schon als Qualitätsmerkmal, denn Britischer Humor ist einfach so mit der beste, den es gibt. Aber Skins ist keine Comedy-Serie. Es ist mehr eine Jugend-Drama-Serie. Die Akteure sind zwar viel Jünger als ich (die Serie begleitet sie jeweils zwischen ihrem 16. und 18. Lebensjahr) und nehmen viel mehr Drogen, aber ihre Probleme sind absolut Authentisch. Und wie sie damit umgehen sowieso. Das unrealistischste an der Serie ist vielleicht, dass es für England zu wenig regnet2 Und wenn dann noch so tolle Musik dazu kommt (u.a. Liveauftritte von den Foals und You love her coz she’s dead, aber auch ansonsten wunderbare – und überaus bedachte – Songauswahl), dann ist dass einfach nur toll.

Zum ersten mal von Skins gehört hatte ich in einem Artikel bei Coffee und TV. Von der ersten Folge war ich zwar nicht auf Anhieb überzeugt3, aber spätestens als ich mir das etwas ausgefallene Erzählprinzip der Serie angesehen habe, war ich doch wieder angetan: Jede Folge konzentriert sich auf eine andere Hauptperson. So machen einzelne Folgen schon Spaß, es können aber trotzdem überaus komplexe Geschichten erzählt werden.

Leider kann man (wie gesagt) den Fox Channel nicht einzeln abonnieren, aber wofür gibt es das Internet und die Globalisierung: Erstens sind in England ja alle drei mittlerweile gelaufenen Staffeln auf DVD erhältlich und damit über Amazon Marketplace und dergleichen auch in Deutschland und zum anderen ist die erste Folge auch (legal) im Internet verfügbar:

Tony – Skins – Hautnah, erste Folge exklusiv auf MySpace

Skins – Episode 1: Tony (Deutsch) (video via Spreeblick)

Natürlich ist die Synchronisation mal wieder unter aller Sau. Aber wie will man auch eine Sendung, in der britisches Englisch gesprochen wird,4 auch vernünftig synchronisieren. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Sehr empfehlenswert ist übrigens auch die Seite des produzierenden Senders E4, wo neben ganz vielen Hintergrundinfos auch jede Menge Videos (Hinter den Kulissen, Zwischenepisoden etc.) angesehen werden können. Bis auf die eigentliche Serie ist auch alles von Deutschland aus erreichbar.

Skins Special Party (Sonderepisode zwischen 1. und 2. Staffel mit Liveauftritt von den Foals)

Aber wieso kann so eine Serie nicht einmal aus Deutschland kommen?

  1. Meine andere Lieblingsserie ist How I Met Your Mother, dazu aber an anderer Stelle vielleicht einmal mehr []
  2. obwohl Bristol, wo die Serie spielt, eine der sonnenreichsten Städte Englands ist []
  3. oder zumindest nicht so extrem begeistert wie etwas später []
  4. und Fuck natürlich als Modalpartikel benutzt wird []

Filmtipp für alle Mainzer: Babylon 2084

Ich kann zwar selbst nicht hin, da ich auf dem Phono Pop weile, aber ich hab damals beim Testscreening die noch nicht fertig gerenderte Version des Films gesehen. Und deshalb weiß ich, was ich euch hier empfehle:

Babylon 2084 – Trailer from E90-1284 on Vimeo.

Babylon 2084 (Diplomfilm von Christian Schleisiek, Björn Frieling und Yvonne Albert)

Premiere am Samstag, 11.7.2009 (18 Uhr) im Capitol, Mainz. Eintritt frei.

(Trailer via pengland, Homepage des Films)


It’s not the nicotine that kills! It’s the smoooooke! The smooooooke.

Und man kann doch tolle Sachen mit Auto-Tune machen:


[Direktnachrichten]

The Gregory Brothers – Auto-Tune the news #5

(mehr Videos gibt es im entsprechenden Youtube-Channel)

(via Jonas in den Kommentaren bei indiestreber)


Das Fernsehen und das Internet

Eigentlich erwarte ich von Moderatoren des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ja, dass sie fair und im idealfall auch informiert sind. Christoph Minhoff war am Montag in seiner Phoenix-Show Unter den Linden weder das eine noch das andere. Zu Gast waren Prof. Rupert Scholz (CDU, ehem. Bundesminister der Verteidigung und Staatsrechtler) und Dirk Hillbrecht (Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland), und dreimal dürft ihr raten, auf wessen Seite Minhoff war.

Aber hier die gesamte Sendung. Ich hab sie ehrlich gesagt nur in Ausschnitten gesehen. Aber die haben mir gereicht, dass ich innerlich ein wenig gekotzt habe…

Achja, heute Abend geht es auf Phoenix mal wieder um das Internet. Vielleicht heute ja etwas ausgewogener. Na ja, ich bin eh nicht zu hause, und kann es mir nicht angucken…

(beides via nerdcore)


← Before