aisopis’ blog Jungs, hier kommt der Masterplan

In Verlinkt eingeordnete Artikel

Lesebefehl: eva i norge

Das erste Blog, das ich bewusst gelesen habe, war jenes, das mein älterer Bruder zu Beginn seines Auslandsstudiums in den USA angelegt hatte. Und auch heute findet sich noch das eine oder andere Austauschstudenten-Blog in meinem Feedreader. Aber eines möchte ich dabei besonders herausheben: Eva, eine Kommilitonin von mir, ist seit kurzem für einige Monate in Norwegen und besucht dort die nördlichste Uni der Welt. Und schreibt darüber. Und zwar mit so viel Witz und Verstand, wie ich es selten gelesen habe. Hier ein paar Auszüge:

Ein kleines Mädchen namens Evi zwickte im nordnorwegischen Tromsö so arg der Magen, dass sie ihre müden Glieder aktivierte und sich zwecks Nahrungsbeschaffung auf die Suche machte nach einer Lebensmittelkette.
Unsere sympathische Heldin fühlte sich nach einem Jahr Uni-Sprachkurs linguistisch gewappnet und flötete wohl artikuliert einen norwegischen Jogger an: “Unnskyld, jeg leter etter supermarket! Kan du hjelper meg?“ Hjelpen konnte der Jogger theoretisch schon, praktisch brach die Kommunikation aber an dieser Stelle ab, denn der Jogger sagte unterlegt von wilden, aber missverständlichen Gesten für Evis Ohren ungefähr Folgendes: “Äu öu hü jo leg eta huk supermarket!” Oder so ähnlich. Dann verschwand er in einem wilden Wald, um Wale zu schlachten oder was weiß ich. (Legasthenische Akzente und norwegisches Teleshopping)

Ich wollte auch so gerne ein wenig töff sein! Also schmiss ich ein bisschen die Cola um und trank ein Schlückchen Wodka und biss auf eine Winzigkeit Kautabak: Meine Backe wurden von innen mit brennenden Säuren verätzt, ein modrig-erdiger Geschmack feierte eine Party auf meinem Zungenplateau – Ich fühlte mich töff! (extreme-actions, Kautabak und vorspiel)

Ich weiß, es scheint, ich würde hier Klischees dreschen und massenhaft mäkeln, deshalb glaubt man mir vielleicht auch nicht, aber: Tatsächlich freue mich auf Norwegen! Die Menschen dort scheinen zu schweigen, bringen dafür aber dauernd Wale um diverse Ecken. Erstes mag ich nicht, zweites gefällt mir. Beides zusammen ist irgendwie ein bisschen – oder sogar ziemlich – daneben, das finde ich spannend.(Schweigende Norweger schlachten Wale)

Und auch die teilweise eingestreuten Zeichnungen sind gelungen und passen wie die Faust aufs Auge.

Wenn ihr also wissen wollt, wie es in Norwegen aussieht, dann lest Evas Blog.


Theater, Theater

Ein weiterer Grund, wieso hier letzte Zeit so wenig passiert ist (mal abgesehen von ein paar privaten Sachen, Uni etc.) ist, dass ich mal wieder ein paar Artikel für die STUZ, das Campus- und Stadtmagazin in Mainz, geschrieben habe, unter anderem einen für den Online-Auftritt über die Theatergruppe “Familie Flöz” bzw. deren Gastspiel im Rahmen der Maifestspiele in Wiesbaden, der nun hier zu lesen ist.1

Das aktuelle Heft mit einem Interview von mir mit einem Frühstudenten sowie einer CD-Kritik von mir findet ihr hier als pdf.

  1. man muss allerdings ein wenig nach unten Scrollen []

Verlinkt: Politik und Internet. Und so.

Bevor das noch in meinem delicious-feed untergeht, verlink ich es auch nochmal hier:

Welchen Eindruck wird ein normaler, uninformierter Mensch haben, wenn ein nerdiger Typ “Zensur!” schreit, während Frau von der Leyen scheinbar gegen Kindesmissbrauch kämpft? Wie reagiert ein Fließbandarbeiter bei Opel auf Sascha Lobo, der im Fernsehen erzählt, dass ohne Social Web bald nichts mehr geht, man auch prima mit dem Laptop im Café arbeiten kann und warum er trotz Aufschieberitis produktiv ist?

>> “Hier läuft was falsch” bei ennomane.de (via coffee&tv)


Literatur 2.0

Max Barry, Autor von einem meiner Lieblingsbücher (Jennifer Government a/k/a Logoland) und dem zugehörigen Browsergame “Nationstates“, startet heute mit einem neuen Projekt: Machine Man. Eine Seite soll pro Woche erscheinen. Ich weiß, ich weiß, Fortsetzungsgeschichten sind auch im Web nichts neues, aber, dass diese mehr oder weniger auf eigene Faust von einem relativ renommierten Autor kostenlos1 angeboten werden, find ich dann auch schon gut.

Und, ganz Web 2.0:  Man kann auch jede einzelne Seite kommentieren

Because the original concept wasn’t self-destructive enough, I decided each Machine Man page will accept your comments. That way, my eight interested readers can not only bankrupt me financially, but also destroy my creative confidence. There’s a very real chance here you may see me totally disintegrate as a human being. And I’ll throw that in for nothing. (Zitat von Barrys Blog)

“Machine Man” kann per RSS oder email abonniert werden.

  1. Upps, da hatte ich mich verguckt. Nur die ersten 43 Seiten sind kostenlos. Ich find es trotzdem löblich. []

Verlinkt: Der Amoklauf und die Medien

Ich habe länger überlegt, ob ich etwas schreiben soll zum Amoklauf in Winnenden. Eigentlich hatte ich mich dagegen entschieden: Es wurde schon so viel, nein, zu viel gesagt und geschrieben in den letzten Tagen. Aber gerade deswegen möchte ich an dieser Stelle auf einige lesenswerte Artikel hinweisen:

Im Anschluss daran eine Live-Schaltung zu unserem Reporter vor Ort. Wie grausam war es denn, Herr Kollege? “Oh, es war schrecklich. Hier ein paar weinende Mitschüler, die ich vor die Kamera gezerrt habe. Und hier spreche ich mit geschockten Eltern. Und jetzt ein Straßeninterview mit verschiedenen Anwohnern, die nichts zum Fall sagen können, aber alle sehr betroffen sind.”

Mehr als in diesem Text muss man über die mediale Berichterstattung wohl nicht mehr schreiben. Man würde sich wünschen, das wäre nur Satire. Leider ist es aber die Realität, wie man in den letzten Tagen sehen konnte.

Als ich das Haus verließ, war die Welt noch in Ordnung. Ich kann mich schon gar nicht mehr an die Netznachrichten von heute morgen erinnern. Unter vielen anderen Terminen war ich über Mittag auch bei einer Grundschule, deren friedliche, weltvergessene Offenheit nach allen Seiten mir jetzt unheimlich vorkommt.

Ein Amoklauf ist die Art von Nachricht, zu der mir keine Haltung gelingen will.

Nils Minkmar auf Stefan-Niggemeier.de.

Wie laut muss man als Jugendlicher eigentlich sein, um gehört zu werden?
Noch lauter als eine Beretta?

Spreeblick über den ARD-Brennpunkt zum Amoklauf.

Ohne nachzusehen könnte ich Ihnen die berühmtesten Schul-Amokläufer der letzten zehn Jahre nennen: Dylan Klebold, Eric Harris, Robert Steinhäuser. Gemeinsam haben sie (das musste ich jetzt doch nachgucken) 28 Menschen und sich selbst getötet, aber auch nach langem Grübeln wäre mir kein einziger Name auch nur eines Opfers eingefallen.

Lukas Heinser auf Freitag.de über die Schuld der Medien

… und dann war da noch Don Alphonso. Viel gehalten habe ich von dem Mann ja noch nie. Aber heute hat er den Vogel abgeschossen. (Ursprung der dortigen Debatte: Dieser Artikel von ihm in D.A.’s F.A.Z.-Blog.) (via Nerdcore, Coffee and TV und Malte Welding)


Alte Titanic zu verschenken

Oktober 1988. Ich war gerade mal zwei Jahre alt, die Mauer stand noch, Helmut Kohl war noch Bundeskanzler und Gerhard Schröder niedersächsischer Oppositionsführer. Die Titanic, Deutschlands führende Satirezeitschrift, gab es damals schon 9 Jahre.

Und nun, zum dreißigsten Geburtstag der Zeitschrift gibt es jeden Monat eine alte Ausgabe zum Download. Jetzt, zum Start der Aktion, die Ausgabe aus dem Oktober 1988.

Und hier kann sie gezogen werden.


Twitter For Dummies

Galileo ist ja eine dieser Fernsehsendungen, die eher dafür bekannt sind, ziemlichen Müll zu verzapfen. Egal ob Schleichwerbung, pseudowissenschaftliche Beiträge voller Fehler oder das komplett unsägliche Galileo Mistery.

Hin und wieder hat aber auch diese Sendung ihre Glanzpunkte. Zum Beispiel gestern:  “100 Sekunden: Twitter“. (via @mediummagazin)

Wer danach Twitter immer noch nicht verstanden hat, sollte es einfach einmal ausprobieren. Und mir followen…