EinsLive Kunst. R.I.P.
Als ich mich in den letzten Semesterferien für eine Hausarbeit mit dem aktuellen Rundfunkstaatsvertrag (RStV) auseinander gesetzt habe, wusste ich, dass sich in den Onlineaktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen etwas ändern musste. Nicht alle Änderungen sind dabei im Sinne des Verbrauchers (und Gebührenzahlers). Man denke nur an die Regel, dass die meisten Sendungen nur 7 Tage in den Mediatheken stehen dürfen. Aber so ist es eben, wenn Politiker über Medien entscheiden. (Und mal unter uns, wofür gibt es Youtube?)
Viel schlimmer finde ich, dass mein absoluter uneingeschränkter Lieblingsradiosender nun off-air gehen musste. Wobei off-air hier nicht ganz passt, da es nur ein Online-Radiosender war, der auch nur20 Stunden pro Woche neues Material sendete – und die Beiträge waren auch noch alle recyclet von den diversen WDR-Hörfunkwellen.
Trotzdem: EinsLive Kunst ist tot. Offiziell heißt es, dass der RStV und der allgemeine Sparzwang daran Schuld seien. Für mich heißt es einfach: Keine Kulturberichterstattung mit gleichzeitiger guter Musikversorgung mehr.
Mein Allgemeiner Radio-Rant vor einigen Monaten war eigentlich nur in einer (schlechten) Laune geschrieben. Aber er scheint immer wahrer zu werden, jetzt, wo einer der letzten Orte, an dem Kulturberichterstattung auch für Menschen diesseits des Rentenalters durch die zwischendurch laufende Musik schmackhaft gemacht wird, gecancelled wird.
Auf der Internetseite von EinsLive Kunst wird auf das in Bälde eröffnende MeinWDRRadio.de hingewiesen. Dessen Konzept hört sich so an, dass man eine oder mehrere Beitragsarten und Musikstile auswählen kann und so sein persönliches Radioprogramm geschustert bekommt. Meines wird dann wohl zu einem großen Teil EinsLive Kunst ähneln. (Wenn denn solch ein Projekt überhaupt RStV-Konform ist, was ich durchaus bezweifle.)
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