aisopis’ blog Jungs, hier kommt der Masterplan

Posts from Juni 2009

Das Fernsehen und das Internet

Eigentlich erwarte ich von Moderatoren des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ja, dass sie fair und im idealfall auch informiert sind. Christoph Minhoff war am Montag in seiner Phoenix-Show Unter den Linden weder das eine noch das andere. Zu Gast waren Prof. Rupert Scholz (CDU, ehem. Bundesminister der Verteidigung und Staatsrechtler) und Dirk Hillbrecht (Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland), und dreimal dürft ihr raten, auf wessen Seite Minhoff war.

Aber hier die gesamte Sendung. Ich hab sie ehrlich gesagt nur in Ausschnitten gesehen. Aber die haben mir gereicht, dass ich innerlich ein wenig gekotzt habe…

Achja, heute Abend geht es auf Phoenix mal wieder um das Internet. Vielleicht heute ja etwas ausgewogener. Na ja, ich bin eh nicht zu hause, und kann es mir nicht angucken…

(beides via nerdcore)


Eine Frisur findet nicht statt – Internetsperren schon


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von Franz Patzig @ Flickr

Über meine Abneigung gegen das Internetsperren-Gesetz hab ich ja schon geschrieben. Jetzt ist das Gesetz durch – und einigen ist selbst das noch nicht genug.

Ich habe mich zwar nicht an den Straßenprotesten beteiligt (dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr, aber es hat ähnliche Gründe wie Lukas’ Abneigung gegen Demonstrationen), aber ich habe mein bestes versucht, möglichst viele Menschen in meinem Umfeld von der Unsinnigkeit und der Gefahr dieses Gesetzes zu überzeugen. Leider bin ich bei den meisten nur auf Kopfschütteln gestoßen. Bei Menschen in der Generation meiner Eltern hat mich das nicht gewundert – zu unwichtig ist für sie das Internet. Dass aber selbst in meiner Generation manche bedingungslos dieses Gesetz unterstützen, hat mich dann doch schockiert.

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cc-Lizenz von Spreeblick

Ach ja, nicht wenige von denen, mit denen ich geredet habe, sind Juso- bzw. SPD-Mitglieder. Womit meine Hoffnung, jemals diese Partei wieder wählen zu können, noch weiter geschmälert wird. Wenn schon der Parteinachwuchs nichts von modernen Medien versteht, wieso sollten das dann die “Großen”?

Es besteht noch die Chance, dass das Gesetz vom BVerfG einkassiert wird. Das ist gar nicht einmal unwahrscheinlich, schließlich wird die Gewaltenteilung teilweise aufgehoben. Und es ist noch nicht einmal klar, ob der Bund überhaupt die Gesetzgebungskompetenz für dieses Gesetz hat1. Aber bis dort eine Entscheidung getroffen ist, ist die Infrastruktur für tiefgreifende Zensur gegeben. Heute ist es nur Kinderpornographie, später dann vielleicht Gewaltspiele und irgendwann jede Meinung, die von der der Regierung abweicht. Überprüfen kann ich das keiner – die Sperrliste ist nicht öffentlich einsehbar, das BKA entscheidet, wer draufsteht.

Vielleicht wandere ich doch aus.

“Heute wird der letzte Tag sein, an dem ich an die freiheitliche Grundordnung, mit der ich aufgewachsen bin, glauben kann. Und es gibt weniges, was mich so sehr erschreckt wie dieser Gedanke.”

(Anke Gröner, 18. Juni 2009)

Und für alle, die immer noch nicht verstehen, was dieses Gesetz bewirken würde, selbst, wenn man den Verantwortlichen nur Inkompetenz, nicht aber Bösartigkeit unterstellen würde:

zensursula1
Bild von Mediengestalter.cc, via Lawblog

  1. Hab das noch an anderen Stellen gelesen, find aber gerade keine bessere Quelle []

“Was’n des für’n Scheiß?”

Bevor es in den nächsten beiden Artikeln, so ich denn in den nächsten Tagen Zeit und Motivation dazu finde, mal wieder politischer wird, hier erst einmal noch etwas völlig surreales:

Thomas Hornauer (of Kanal Telemedial-Fame) is back! Und wie.

(via Stefan Niggemeier1, medienpiraten und popblog)

  1. da bitte auch den zugehörigen Teaser-Text lesen []

EinsLive Kunst. R.I.P.

Als ich mich in den letzten Semesterferien für eine Hausarbeit mit dem aktuellen Rundfunkstaatsvertrag (RStV) auseinander gesetzt habe, wusste ich, dass sich in den Onlineaktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen etwas ändern musste. Nicht alle Änderungen sind dabei im Sinne des Verbrauchers (und Gebührenzahlers). Man denke nur an die Regel, dass die meisten Sendungen nur 7 Tage in den Mediatheken stehen dürfen. Aber so ist es eben, wenn Politiker über Medien entscheiden. (Und mal unter uns, wofür gibt es Youtube?)

Viel schlimmer finde ich, dass mein absoluter uneingeschränkter Lieblingsradiosender nun off-air gehen musste. Wobei off-air hier nicht ganz passt, da es nur ein Online-Radiosender war, der auch nur20 Stunden pro Woche neues Material sendete – und die Beiträge waren auch noch alle recyclet von den diversen WDR-Hörfunkwellen.

Trotzdem: EinsLive Kunst ist tot. Offiziell heißt es, dass der RStV und der allgemeine Sparzwang daran Schuld seien. Für mich heißt es einfach: Keine Kulturberichterstattung mit gleichzeitiger guter Musikversorgung mehr.

Mein Allgemeiner Radio-Rant vor einigen Monaten war eigentlich nur in einer (schlechten) Laune geschrieben. Aber er scheint immer wahrer zu werden, jetzt, wo einer der letzten Orte, an dem Kulturberichterstattung auch für Menschen diesseits des Rentenalters durch die zwischendurch laufende Musik schmackhaft gemacht wird, gecancelled wird.

Auf der Internetseite von EinsLive Kunst wird auf das in Bälde eröffnende MeinWDRRadio.de hingewiesen. Dessen Konzept hört sich so an, dass man eine oder mehrere Beitragsarten und Musikstile auswählen kann und so sein persönliches Radioprogramm geschustert bekommt. Meines wird dann wohl zu einem großen Teil EinsLive Kunst ähneln. (Wenn denn solch ein Projekt überhaupt RStV-Konform ist, was ich durchaus bezweifle.)


Theater, Theater

Ein weiterer Grund, wieso hier letzte Zeit so wenig passiert ist (mal abgesehen von ein paar privaten Sachen, Uni etc.) ist, dass ich mal wieder ein paar Artikel für die STUZ, das Campus- und Stadtmagazin in Mainz, geschrieben habe, unter anderem einen für den Online-Auftritt über die Theatergruppe “Familie Flöz” bzw. deren Gastspiel im Rahmen der Maifestspiele in Wiesbaden, der nun hier zu lesen ist.1

Das aktuelle Heft mit einem Interview von mir mit einem Frühstudenten sowie einer CD-Kritik von mir findet ihr hier als pdf.

  1. man muss allerdings ein wenig nach unten Scrollen []

Was wäre wenn…

… das Internet vor der Zeitung erfunden worden wäre?

Netter Werbespot der finnischen Boulevardzeitung Ilta-Santomat

(via Netzfeuilleton)