aisopis’ blog Jungs, hier kommt der Masterplan

Mobile Me

Mein erstes Handy habe ich mir mit 16 gekauft. Ich war damals als Austauschschüler in Japan und wollte auch mobil mit meinen Schulfreunden dort und mit den anderen Austauschschülern in Kontakt bleiben. Während in Deutschland die Handys gerade das SMS-Feature gelernt hatten1, verschickten wir in Japan fleißig emails für 5 Yen (damals etwa 3 Cent) pro Stück. Angenehmer Nebeneffekt: Auch mein Schriftjapanisch wurde besser, ich glaube ich habe durch mein Handy fast so viele Schriftzeichen gelernt wie durch wirkliches pauken.

Zurück in Deutschland kaufte ich mir dann irgendwann ein Nokia 3310. Es gab zwar mitlerweile auch schon hier Handys mit Farbdisplays und Polyphonen Klingeltönen, aber ich wollte ja bloß auch unterwegs erreichbar sein und SMS schreiben können. Mit der Zeit wurden meine Handys dann zwar immer moderner, die Displays, Funktionen, Kameras immer besser und zahlreicher2, aber das einzige, wofür das Handy ja wirklich gebraucht wurde, waren weiterhin SMS und Telefonieren. Und natürlich die wichtigste Funktion eines Handys: Der Wecker.

Erst letztes Jahr kam es dann, wie es kommen musste: Mein Hauptlaptop ging kaputt (er funktioniert zwar noch, aber lässt sich nur mit externer Tastatur vernünftig bedienen, da die “p”-Taste kaputt ist) und auch mein extra deswegen angeschaffter eeePC3 gab kurzfristig seinen Geist auf. Mitlerweile funktioniert zwar auch der eeePC wieder, aber damals ging es mir vor allem um eins: Ich wollte auch in der Uni, bei langweiligen Vorlesungen beim Kaffeetrinken mal eben meine Mails checken können, ein paar Blogartikel lesen oder mal schauen, was bei Twitter so los ist.

Also musste es ein Handy mit W-Lan sein. Auf Dauer ist UMTS nämlich immer noch zu teuer, und zumindest auf dem Campus haben wir doch überall kostenloses W-Lan. Also hab ich mir, als meine Vertragsverlängerung die Gelegenheit dazu gab, ein Nokia E66 gekauft. Es soll hier aber nicht um die Features meines Handys gehen.4

Das Handy hat seitdem mein Verhalten in vielen Punkten noch mehr auf Online getrimmt: Ständig checke ich meine Mails, wenn ich irgendwo fünf Minuten nichts zu tun habe oder schreibe irgendwas auf Twitter. Oder ich surf mal eben bei Spiegel Online oder Facebook vorbei.5 Oder ich benutze in der Bahn mal eben doch UMTS, um zu gucken, wann und wo genau mein Anschluss fährt. Schließlich hat mitlerweile fast jede wichtige Internetseite auch eine mobile Version. Und wenn nicht, wird es halt etwas umständlicher, aber an die Informationen kommt man trotzdem.

Missen möchte ich mein internetfähiges Handy nicht mehr. Auch wenn ich es natürlich nicht wirklich brauch.

(Ein Link zum Weiterlesen: Lukas Heinser hat sich ähnliche Gedanken gemacht)

  1. gut, ich übertreibe mal wieder []
  2. gut, als ich mit meinem Sony Erricson-Handy nicht zufrieden war und ich wieder ein Kalpphandy haben wollte, weil das zum Telefonieren angenehmer ist, war es mir auch egal dass mein neues gebrauchtes zum Beispiel keine mp3-Funktion hatte []
  3. sie wissen schon, diese Mini-Laptops []
  4. Nur so viel: Bin nach etwa einem halben Jahr immer noch vollends zufrieden []
  5. Am Rande: StudiVZ hat jetzt auch eine mobile Version []

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